Über Uns
Die Interessengemeinschaft Moselufer Moselweiß – ein Zusammenschluss von Menschen aus Moselweiß, Rauental und anderen Stadtteilen von Koblenz. Wir setzen uns für den Erhalt vitaler Stadtbäume und naturnaher städtischer Flächen, für Stadtklima, für konfliktfreie Gestaltung des Fuß- und Radverkehrs und die Stimme der BürgerInnen ein.
Unsere Kritik richtet sich nicht gegen den Ausbau der sicheren Radverkehrsinfrastruktur, sondern gegen die derzeit geplante Ausführung des Projekts „Moselweiß Moselufer – Ausbau Rad- und Gehweg“. Wir sind überzeugt, dass es vertretbare alternative Lösungen dazu gibt.
Wir sind unparteiisch, setzen auf Dialog, fachlich fundierte Argumente und Entwicklung von Lösungsansätzen.
Unsere Arbeit
– Erstellung der fachlichen Stellungnahme zum Vorhaben der Stadt Koblenzer
– Erstellung des Tempo 30-Konzeptes für die Projektstrecke
– Beauftragung einer fachlichen Stellungnahme zur Bewertung des betroffenen Baumbestandes in Koblenz-Moselweiss (zusammen mit dem Verein Grün(h)ecken e.V.)
– Kommunikation mit den Stadtratsfraktionen und StVw Koblenz
– Öffentlichkeitsarbeit
Vision
für den Weg am Moselufer in den Stadtteilen Moselweiß und Rauental
Wir wünschen uns, dass das Moselufer in Rauental und Moselweiß als wichtige Grünanlage für die Bürgerinnen und Bürger der beiden Stadtteile, aber auch für das Klinikum Kemperhof, für die Kita/Hort Kemperhof und die Grundschule Moselweiß erhalten bleibt.
Wir wünschen uns, dass der Gehweg in Moselweiß in erster Linie ein Raum für sicheres Spazierengehen, Erholung, Begegnung und Naturerleben ist.
Wir wollen, dass Menschen zu Fuß und auf dem Rad sicher und gut unterwegs sein können.
Wir setzen uns ein für eine Lösung, die Schutz bietet, Bedürfnisse berücksichtigt, Konflikte vermeidet, Natur schützt und den Straßenraum gerechter verteilt. Unsere Vision ist daher:
- der Gehweg in Moselweiß bleibt den Fußgängern vorbehalten (Verkehrszeichen 239);
- eine Geschwindigkeitsbeschränkung für den Autoverkehr auf 30 km/h auf dem Abschnitt der B49 zwischen dem historischen Gebäude Kemperhof und der Gülser Brücke;
- der Radverkehr zwischen dem historischen Gebäude Kemperhof und der Gülser Brücke in beiden Richtungen wird bei Tempo 30 auf der Fahrbahn geführt;
- bei der Planung am jetzigen Geh- und Radweg im Stadtteil Rauental werden die Bedürfnisse der Fußgänger an Sicherheit, Raumanspruch und Aufenthaltsqualität vorrangig berücksichtigt.
Wir wollen, dass der Altbaumbestand durch fachgerechte Pflege so lange wie möglich erhalten bleibt und dass für die bereits gefällten Bäume auf der Strecke mehrere neue Bäume nachgepflanzt werden. Wir möchten dadurch eine durchgängige Beschattung des Moseluferweges erreichen und die wertvollen Lebensräume für Tiere schützen.
Lösungsvorschläge
Vorschlag der Interessengemeinschaft Moselufer Moselweiß an den Stadtrat und die Stadtverwaltung Koblenz
1. Wir schlagen ein einjähriges Moratorium für die vom Stadtrat beschlossene Ausbauvariante des Projektes „Moselweiß Moselufer – Ausbau Rad- und Gehweg“ vor.
In dieser Zeit soll Folgendes stattfinden:
2. 2026 werden Zählungen des Fuß- und Radverkehrs auf der Projektstrecke, sowie des Kraftfahrzeugverkehrs auf der Fahrbahn B 49 zwischen dem historischen Gebäude Kemperhof und der Gülser Brücke durchgeführt.
3. Eine quantifizierte Bedarfsanalyse auf der Grundlage der o.g. Verkehrszählungen sowie einer Prognose der zukünftigen Entwicklung des Fuß- und Radverkehrs wird erstellt.
4. Die Anordnungsgründe von Tempo 30 auf der B 49 zwischen dem historischen Gebäude Kemperhof und der Gülser Brücke (ca. 1,4 km) werden geprüft.
5. Qualifizierte Gutachten für die Bäume, deren Fällung im Rahmen des Ausbauprojektes vorgesehen ist, werden durch einen unabhängigen Baumsachverständigen erstellt.
6. Auf der Grundlage der Ergebnisse von 2. – 5. werden ab Herbst 2026 mehrere Varianten für die Führung des Radverkehrs auf der Projektstrecke unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ergebnisoffen geprüft. Eine Variante soll dabei die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn der B 49 mit gleichzeitiger Anordnung von Tempo 30 sein.
7. Das Ergebnis des Variantenvergleichs wird veröffentlicht und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt.
8. Eine informelle Bürgerbeteiligung wird durchgeführt. Die Bürgerbeteiligung sollte dabei über die bisherigen Informationsangebote (4 Begehungen, bei denen v.a. über die bisher gewählte Wegführung informiert wurde und keine Diskussion von Alternativen stattgefunden hat) hinaus gehen und als echtes Beteiligungsangebot durchgeführt werden. Wir wünschen uns einen Dialog mit Vertretern der Verwaltung, Experten und Bürgern auf Augenhöhe, in dem Zwischenergebnisse vor- und zur Diskussion gestellt werden.
9. In der Zeit des Moratoriums sollte kein Baum gefällt werden, dessen Fällung im Rahmen des Ausbauprojektes vorgesehen ist. Sollte es zu einer Gefahrenlage durch einen schadhaften Baum kommen, bitten wir um so frühzeitige Benachrichtigung der Interessensgemeinschaft vor der Fällung, dass von dieser noch ein unabhängiges Baumgutachten eingeholt werden könnte.
10. Es sollte keine Hauptverbindung des Radverkehrs auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg bzw. auf dem Gehweg am rechten Moselufer in den Stadtteilen Rauental und Moselweiß geführt werden. Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) hinsichtlich der Ausschlusskriterien für die gemeinsame Führung von Fußgänger- und Radverkehr sollen berücksichtigt werden.
Stellungnahme zum Vorhaben der Stadt Koblenz
„Moselweiß Moselufer – Ausbau Rad- und Gehweg“
Stellungnahme der Interessengemeinschaft Moselufer Moselweiß. Stand 11.06.2026
Fachliche Stellungnahme zur Bewertung des Baumbestandes in Koblenz-Moselweiß
Daniela Antoni, B.Sc. Forstwissenschaften und Waldökologie
Freie Sachverständige für Stadtbäume
Zertifizierte Sachverständige für Umweltbaubegleitung
FLL-zertifizierte Baumkontrolleurin
Die Untersuchung ergab einen überwiegend vitalen und verkehrssicheren Baumbestand.
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92,6 % der untersuchten Bäume wurden den Vitalitätsstufen 0 oder 1 (sehr vitaler Baum/
gute Vitalität) zugeordnet.
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Akute Verkehrssicherheitsdefizite wurden nicht festgestellt.
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Der Trockenstress ist an einzelnen Bäumen nachweisbar. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen hinsichtlich einer grundsätzlich fehlenden Zukunftsfähigkeit des überwiegenden Altbaumbestandes werden durch die vorliegenden Untersuchungsergebnisse jedoch nicht bestätigt.
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Der überwiegende Teil der untersuchten Bäume verfügt über eine positive Entwicklungsperspektive und kann seine ökologischen, stadtklimatischen und gestalterischen Funktionen langfristig erfüllen.
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Auf Grundlage der durchgeführten Baumkontrolle sowie der fachlichen Bewertung wird empfohlen, den vorhandenen Altbaumbestand so weit wie möglich zu erhalten und Eingriffe auf die tatsächlich erforderlichen Einzelmaßnahmen zu beschränken.
